Beim Bemühen um Kosteneinsparungen in den Gesundheitssystemen in aller Welt gibt es eine Reihe von Bereichen, in denen Technologien erhebliche – und schnelle – Wirkung haben können. Wundmanagement ist ein Bereich, der selten Schlagzeilen macht, aber angesichts einer alternden Bevölkerung ständig zunimmt.

 

Die Herausforderungen der Wundversorgung sind vielfältig: Auf Wundversorgung spezialisierte Ärzte sind eine begrenzte und teure Ressource, Überwachung und Management der Wundheilung kann subjektiv sein, und die evidenzbasierte Entscheidungsfindung wird durch das Fehlen konsistenter Informationen über Wunden erschwert. Um die Sache im Kontext zu sehen: 2 - 4 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Europa entfallen auf Wundversorgung(1), und diese macht mindestens 50 % der weltweiten Arbeit von Pflegekräften in der Primärversorgung aus(2). In Deutschland sind eine alternde Bevölkerung und lange Wartezeiten im Gesundheitswesen die Hauptfaktoren für Investitionen in fortschrittliches, zuhause stattfindendes Wundmanagement(3).

 

Glücklicherweise sehen wir echte, sinnvolle Innovationen durch intelligente Unternehmen wie die in  England / Großbritannien angesiedelte Firma GPC, diedie Kapazitäten von Intels® RealSense™ 3D Kamera mit einer mobilen App kombiniert, um klinischen Leistungserbringern zu helfen, bessere Resultate für Patienten, verbessertes klinisches Management und niedrigere Organisationskosten zu erzielen.

 

Verbesserung der Mobilität, Schluss mit Mutmaßungen

Huw Morgan, der technische Leiter von GPC, erklärte uns: „Wir wollten mit der Wundversorgung befassten Ärzten und Pflegepersonen mehr Mobilität geben und ihnen Anwendungen bereitstellen, die auf verschiedenen Geräten funktionieren – u. a. auf Tablets, Laptops und Mobiltelefonen. Außerdem wollten wir Schluss mit bloßen  Schätzungen machen und eine standardisierte, kohärente Methode zur Bilderfassung von Wunden bereitstellen, damit der Arzt Änderungen der Größe und Farbe verfolgen kann – was die evidenzbasierte Entscheidungsfindung erheblich verbessert. Diese beiden Faktoren werden durch verkürzte Heilungszeiten und weniger Komplikationen zu besseren Resultaten für Patienten führen.“

 

Das Team bei GPC bedient sich der Intel® RealSense™ 3D Kamera, die eine fantastische Tiefensensortechnik besitzt und in einer ganzen Reihe von Mobilgeräten vorhanden ist. Huw fuhr fort: „Mit Intel® RealSense™ können wir nicht nur Echtzeitdaten in 3D aufzeichnen, der Arzt kann das Bild der Wunde auch drehen und mit ihm interagieren. So erhält er ein viel besseres Verständnis für den Ort der Wunde, die sich in den meisten Fällen an einer unebenen Stelle des Körpers befindet.“

 

RealSense™ stellt einen Quantensprung bei der klinischen Überwachung dar

Dr. Ian Wiles, der Medizinische Leiter von GPC, erläuterte im Einzelnen einige der klinischen Vorteile, die der Einsatz von RealSense™ für das Wundmanagement mit sich bringt: „Das häufig benutzte Druckgeschwür-Klassifizierungssystem (vier Stadien) ist nützlich dafür, die Kommunikation zwischen Ärzten und Wundpflegern zu unterstützen, kann aber uneinheitlich angewendet werden. 3D-Kameras ermöglichen es jeder Pflegeperson, ein Geschwür genau einzuschätzen und zu überwachen.

 

Ziel ist eine eine akkurate Messung eines Geschwürs mithilfe einer 3D-Kamera – maximale Breite x maximale Länge x maximale Tiefe. Zu beachten gilt, dass dies aufgrund der komplexen Formen von Geschwüren keine kubische Messung des Gewebeverlustes ist. Es ist jedoch ein objektives, wiederholbares Maß, das genauestens verfolgt werden kann. Das 3D-Bild wird bei der Fallüberprüfung und für Gewebevitalität-Experten nützlich sein, doch weit wichtiger ist die Nachverfolgbarkeit des Fortschritts bzw. der Verschlechterung des Geschwürs auf Basis der gemessenen Dimensionen.

 

Die Überwachung des Geschwürs mithilfe der RealSense™ 3D Kamera ist die leistungsstärkste Entwicklung. Nach einer anfänglichen Einschätzung kann die Behandlung gemäß der  vereinbarten Protokolle begonnen und die Entwicklung des Geschwürs genauer vorhergesagt werden, wobei das subjektive Element bisheriger Klassifizierungen entfällt. Jeder Arzt, der an der Versorgung von Geschwüren beteiligt ist, wird verstehen, dass dies eine leistungsstarke Entwicklung der Messtechnik darstellt. RealSense™ ermöglicht einen Quantensprung bei der klinischen Überwachung. Hier wird 3D nicht um seiner selbst willen, sondern zur besseren Patientenversorgung eingesetzt.“

 

Kombinierung von 3D-Bildern mit analytischer Expertise

Daten sind gut und schön, aber die wahre Herausforderung besteht darin, analytischen Nutzen aus ihnen zu ziehen. Deshalb verwenden die Experten von GPC die von der Intel® RealSense™ Kamera gesammelten Daten dazu, Wundversorgungsspezialisten eine konsistente Sicht zu liefern – sowohl im Hinblick auf visuelle Änderungen im Lauf der Zeit als auch bezüglich der Größe und Farbe. Darüber hinaus hat GPC einen Algorithmus entwickelt, um die Schwere der Wunde und ihre so bedingte Heilung genau zu messen.

 

Wundversorgung ist nur ein Bereich, in dem die Intel® RealSense™ Softwarefamilie und Tiefensensorkameras eine natürlichere, intuitivere Interaktion mit Personal Computing-Geräten ermöglichen. Sie eröffnen dem Gesundheitsbereich auch viele andere Möglichkeiten, wie z. B.:

 

  • Gestensteuerung, Gesichtserkennung und Tracking für eine sichere Anmeldung
  • Entfernung des Hintergrunds bei Videokonferenzen
  • Möglichkeit zur Verbesserung des „Einfühlungsvermögens“   und bessere Berücksichtigung sozial-emotionaler Aspekte durch Emotionsdetektion zur Einschätzung von Mimik während der Schlaganfall-Rehabilitation
  • Tracking von bis zu 22 Punkten der Hand zur Verbesserung der Nachbehandlung von Handoperationen

 

Dies sind einige Beispiele von Bereichen, in denen die Anwendung dieser Technologie bereits diskutiert worden ist. Nicht vergessen werden darf, dass Intel® RealSense™ 3D Kameras auch in einer ganzen Reihe von Laptops und All-in-one-Geräten vorhanden sind, was Gesundheitsdienstleistern in aller Welt Zugang zu den erheblichen Vorteilen von Lösungen wie dem GPC-Wundmanagement gibt.

 

 

(1) Posnett, J., Gottrup, F., Lundgren, H., et al., The resource impact of wounds on health-care providers in Europe. J Wound Care 2009; 18: 4, 154–161.

(2) Keeffee, M., Evaluation of a community based wound care programme in an urban area. Poster präsentiert auf der Innovation Education Implementation. (EWMA Conference, Prag) 2006; 127.

(3)Frost & Sullivan: Global Wound Care Market Outlook. Oktober 2014