Serviceprovider müssen ihre bisherigen Beschaffungsstrategien in eine „adaptive Beschaffung“ verwandeln, um in der digitalen Welt erfolgreich zu bleiben, raten die Analysten von Gartner. Dies erfordert laut Gartner eine agile und kooperative Vorgehensweise auf mehreren Ebenen.

 

Das Problem herkömmlicher Beschaffungsstrategien ist, dass sie entweder zu sehr oder nicht ausreichend zentralisiert, zu sehr angepasst oder zu standardisiert sind. Susan Tan, Research Vice President bei Gartner, bemerkt hierzu, das Resultat sei eine verminderte Agilität, statt einer verbesserten.datacenter.PNG

 

Die Dienstleister, die in der neuen digitalen Welt erfolgreich auftreten, sind jene, die auf anpassungsfähige Beschaffung setzen. So sollen die Nachteile von bestehenden herkömmlichen Beschaffungsstrategien und -verfahren durch einen auf drei Ebenen verteilten Ansatz für Dienste beseitigt werden: innovieren, differenzieren, ausführen.

 

Auf jeder dieser drei Ebenen sind andere Dienste und Kompetenzen gefordert und es gelten verschiedene Kriterien in Bezug auf Dinge wie Governance, Architektur, erwarteten Nutzen sowie Anbieter- und Risikomanagement.

 

Für das „Innovieren“ stehen Elemente der Agilität, Schnelligkeit und am Geschäftsbetrieb ausgerichtete Innovation im Vordergrund. Flexible, skalierbare und anpassungsfähige Technik wie Private und Hybrid-Cloud sind hierfür ideal.

 

Das „Differenzieren“ erfordert Branchen- und Prozesskompetenz, Weitsicht und visionäres Denken. Techniken wie die Prozessautomation, das Internet der Dinge und Big-Data-Analyse können Unternehmen helfen, in diesem Bereich die Nase vorn zu haben.

 

Das „Ausführen“ schließlich verlangt nach Effizienz, Skalierbarkeit, zuverlässigem Betrieb und Standardisierung. Dafür ist es von Vorteil, über eine agile, skalierbare Rechenzentrumsinfrastruktur zu verfügen.

 

Susan Tan erläutert, dass die drei Ebenen – innovieren, differenzieren, ausführen – in der IT- und Prozessumgebung eines jeden Kunden präsent sind und ein Provider kann, entweder direkt oder durch Partner, in einer oder auch mehreren Ebenen aktiv sein.

 

„Weil die Integration von Daten und Systemen auf verschiedenen Ebenen erforderlich ist, müssen Serviceprovider enger mit anderen Anbietern in Multi-Provider-Umgebungen kooperieren“, so Susan Tan.

 

Sie fügt hinzu, dass die Ebenen der „adaptiven Beschaffung“ nicht statisch sind. „Ein ursprünglich in einer der Ebenen eingeführter und angebotener Dienst wird sich im Lauf der Zeit verändern und einen anderen Fokus und andere Kompetenzen sowie – möglicherweise – einen anderen Serviceprovider erfordern.“

 

„Serviceprovider, die sich an das adaptive Beschaffungsmodell halten, werden eine bessere Ausgangsposition haben, um ihre Kunden bei ihrer digitalen Transformation zu begleiten, Kompetenz zu demonstrieren, den richtigen Nutzen zu liefern, die Bedürfnisse ihres wachsenden Publikums von Käufern und Ratgebern aufzunehmen und sich als Innovationspartner zu positionieren“, schließt Susan Tan.

 

- Arif